5. Dezember 1955,

Nikolaus - Vorabend

An den Nikolausabenden jener Jahre vor der Gründung der Hauzenberger Nikolausgilde konnte sich kaum ein Mensch auf die Hauzenberger Straßen wagen, ohne dass er es riskierte, von in Pelz vermummten Gestalten verprügelt und sogar mit Ketten geschlagen zu werden.
Gerade für Mädchen war es ratsam, am Nikolausabend nicht auf die Straßen zu gehen !

Gefürchtet war in dieser Zeit der so genannte „Straubinger Nikolaus“ genauso wie der „Regensburger Nikolaus“.
Unangemeldet kamen diese wilden Gesellen oft in die Familien, verprügelten die Kinder und verbreiteten Angst und Schrecken.

Was sich da abspielte, hatte weder mit christlichem noch mit heidnischem Brauchtum etwas zu tun. In den Familien herrschte an diesen Abenden Ratlosigkeit, ja zum Teil sogar Hilflosigkeit. Diesen untragbaren Zustand zu ändern hatten sich einige beherzte Hauzenberger Bürger, die späteren Gründungsmitglieder der Nikolausgilde, vorgenommen.